Neue Zugangswege in die Selbsthilfe

Mit den von der AOK PLUS seit 2017 geförderten Projekten „SelBAA – Selbsthilfe stärken – Beraten – Aufklären – Aktivieren“ und dem „Theaterladen Selbst & Los“ konnten sehr gute Strukturen und die feste Anlaufstelle im Projektbüro in der Hinrichsenstraße 35 geschaffen werden. Ein breiter Kreis an Betroffenen, Angehörigen und Interessierten kann so erreicht werden und gleichzeitig können Räume für Selbsthilfe zur Verfügung gestellt werden. Aufbauend auf den positiven Erfahrungen aus allen genannten Teilprojekten wurde mit Beginn des Jahres 2020 das neue multidimensionale Projekt „Neue Wege in die Selbsthilfe“ aufgelegt.

In fünf Teilprojekten sollen:

  • das Image und die öffentliche Wahrnehmung des Themas Depression verbessert werden,
  • die Selbstwirksamkeit und Resilienz depressiv Betroffener durch kreative und aktive Selbsthilfe ermöglicht und erhöht werden,
  • die Entwicklung einer interaktiven, digitalen Karte niederschwellige Zugangswege zu Informationen und Hilfsangeboten konkret bereitstellen.

Die Projektlaufzeit aller Projekte - gefördert durch die AOK PLUS - Die Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen - wird bis Ende 2022 sein.

Presseartikel der AOK Plus vom Oktober 2020

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IMAGE - Sehen und gesehen werden

Die Krankheit Depression und die Selbsthilfe sind immer noch stark mit Vorurteilen, Fehlinformationen und Stereotypen verbunden. Betroffene fühlen sich oft stigmatisiert und nicht ernst genommen: „Reiß dich ein bisschen zusammen!“ – Immer noch glauben fast 20% der Bevölkerung, dass Zusammenreißen hilft und verkennen dabei die Tatsache, dass Depression eine ernste, oft lebensbedrohliche Krankheit ist und in ärztliche Behandlung gehört.
Gründe genug für uns, mit dem neuen Projekt das Image des Krankheitsbildes und den Nutzen von Selbsthilfe sowohl für Betroffene und Angehörige als auch für die breite Öffentlichkeit ins richtige Licht zu rücken.

Durch Initiierung kreativer Selbsthilfegruppen innerhalb des Projektes „IMAGE“ sollen Betroffene im bildenden, darstellerischen und mediengestalterischen Bereich arbeiten und Gemeinschaftsaktivitäten entfalten. Ziele sind die kontinuierliche, aufmerksamkeitsstarke Präsentation der jeweiligen Ergebnisse und die Stärkung der Selbstwirksamkeit der Teilnehmenden. Der Kreativität und Ideenvielfalt der Akteure sollen dabei keine Grenzen gesetzt werden. Viele künstlerische Ausdrucksformen sind erwünscht und können in mehreren Gruppen verwirklicht werden.

Erste Workshops starteten in den Bereichen Acrylmalerei und Upcycling. Sie können sich bei Interesse und schon jetzt bei uns melden, wenn Sie sich für weitere in Planung befindliche Workshops im Bereich Kreatives Schreiben, Hörspiel, Textilgestaltung oder Singen anmelden möchten. (info@buendnis-depression-leipzig.de) Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung.

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Digitale Karte für Hilfesuchende

Es ist wichtig und notwendig, sich im Falle einer Depression Hilfe zu suchen. Hilfs- und Therapieangebote schnell, passgenau und wohnortnah zu finden, stellt sich jedoch für Betroffene häufig nicht einfach dar. Die Auswahl scheint unübersichtlich. Das wollen wir ändern.

Wir möchten mit der Entwicklung und Bereitstellung einer digitalen, interaktiven Karte dazu beitragen, dass Betroffene und Angehörige bedarfsgerechte Angebote filtern können und mit entsprechenden Informationen versorgt werden. In Kooperation mit unseren Netzwerkpartnern werden wir unsere Datenbasis vervollständigen und Angebote der Regelversorgung an Psychotherapie, Beratungs- und Hilfsmöglichkeiten sowie Selbsthilfeangebote in der Stadt Leipzig bündeln. Damit erleichtern wir es Betroffenen und ihren Angehörigen, mittels hilfreicher Suchmasken auf intuitive Weise die passende individuelle Behandlung oder Hilfe für ihre bestimmte Lebenssituation zu finden. Zu wissen welche Angebote nutzbar sind und wie sich die Zugangsmöglichkeiten darstellen, ist für viele Betroffene ein wichtiger Schritt in Richtung Selbstwirksamkeit und Genesung.

Die digitale Karte wird innerhalb der Projektlaufzeit bis Ende 2022 auf der Webseite des Leipziger Bündnisses gegen Depression bereitgestellt und stetig aktualisiert.

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„Austausch bewegt!“ – die aktive Selbsthilfegruppe

Viele Studien und einschlägige Erfahrungen belegen sehr gut, dass Bewegung an frischer Luft und im Licht sehr positive Auswirkungen auf psychisch erkrankte Menschen hat und die Pharmako- und Psychotherapie unterstützen kann. Für viele Betroffene ist es leichter, sich niederschwellig und gemeinsam zu Bewegungsaktivitäten zu motivieren und gleichzeitig in Kontakt und ins Gespräch zu kommen. Es geht auch nicht um sportliche Höchstleistungen oder das Erreichen körperlicher Fitness, sondern um die Inspiration zur Bewegung und die Austauschmöglichkeit mit anderen Betroffenen und Angehörigen. Wer einer klassischen „Stuhlkreis-Selbsthilfegruppe“ skeptisch gegenübersteht, fühlt sich vielleicht in einer aktiv-sportlichen Gruppe besser aufgehoben.

Wir möchten innerhalb des Projekts wöchentlich die Möglichkeit bieten, sich in unterschiedlichen Aktivitäten und Sportarten auszuprobieren. Die Anleitung erfolgt durch Betroffene oder externe Anbieter.
Das wechselnde Angebot spricht zum einen jeweils unterschiedliche Personen an und kann und soll die Initialzündung sein, sich künftig öfter in diesem Rahmen oder dieser Sportart zu treffen und zu betätigen. Bestenfalls entspringt diesen Impulsen die Gründung neuer aktiver Selbsthilfegruppen.

 

Gruppe für Selbsthilfeinteressierte bei Depression - Fortführung

Die Erfahrungen aus den Jahren 2018/2019 haben gezeigt, dass es eine starke Nachfrage nach Selbsthilfegruppen, nach Informationen zum Konzept Selbsthilfe und nach Erfahrungsaustausch gibt. Das Angebot richtete sich an Betroffene mit milder bis mittelschwerer Symptomatik. Das Projekt wird mit einem durchgängigen Gruppenkonzept mit flexiblen Einstiegsmöglichkeiten weitergeführt. Zusätzlich ist eine wöchentliche offene Gruppe vorgesehen.

Durch die Gruppentreffen soll die Selbstkompetenz bezüglich der Krankheit gestärkt werden, sollen Impulse für ein gesundheitsorientiertes Handeln gesetzt und die Genesung unterstützt werden. Ausgebildete Fachleute und Referent*innen unterstützen und vermitteln auf den einzelnen Terminen dieses Angebot.

Wie auch schon in der Vergangenheit gelungen, freuen wir uns, wenn wir die Gründung einer eigenen Selbsthilfegruppe motivieren und unterstützen können.

„Theaterladen Selbst & Los“ - Fortführung

Der Theaterladen hat von 2015 bis heute als ein offenes und wachsendes Ensemble aus ca. 30 Teilnehmenden etabliert, das sich in aktuell 2 Schauspielwerkstätten, einer Werkstätte „Hinter der Bühne“ und einer Tanzwerkstatt kreativ betätigt.

Unterstützt wird das Projekt durch zwei Theaterpädagoginnen, die gemeinsam mit den Spielenden Stücke entwickeln und die Arbeit der Werkstätten koordinieren. Die wöchentliche Arbeit macht Spaß, stabilisiert den gesundheitlichen Zustand chronisch Betroffener und stärkt die sozialen Kompetenzen. Die entstandenen mobilen Theaterproduktionen und Performances erreichten ein breites Publikum in Leipzig und Umgebung zu verschiedenen Gelegenheiten und rücken das Thema Depression ins Rampenlicht und damit in den öffentlichen Diskurs.

Der „Theaterladen Selbst & Los“ versteht sich als progressives Projekt. Im kommenden Projektzeitraum soll insbesondere mit weniger Vorgaben flexibel auf Ideen und Potentiale der Teilnehmenden reagiert werden und die Entstehung neuer Werkstätten befördert werden.

Premiere von "Unterm Teppich"
Premiere des Stückes "Unterm Teppich - eine heitere Betrachtung des Verhältnisses von Ordnung zu Chaos"

Das Leipziger Bündnis gegen Depression e.V. dankt ...

...dem Verband der gesetzlichen Krankenkassen und dem Verband der Ersatzkassen im Freistaat Sachsen, sowie ...